Di. Okt 26th, 2021

1. Bürgermeister Karl Seitle

Karlshuld wurde 1795 von Generalmajor Karl Freiherr von Eckart als adelige Hofmark begründet und ist der Hauptort des Donaumooses. Mit Recht können die Karlshulder behaupten, das längste Dorf Bayerns zu sein.

Von Südost nach Nordwest zieht sich Karlshuld fast 6 km in die Länge! Trotz der Probleme, die der Untergrund im Donaumoos mit sich bringt, hat die Gemeinde Karlshuld zeitgemäße kommunale Einrichtungen geschaffen. Die ständig steigende Einwohnerzahl (5.185) bestätigt die Beliebtheit der Gemeinde als Wohnort.

Herr Bürgermeister Seitle, bei unserem letzten Interview waren noch einige Fragen offen z.B. im Schulbereich. Was hat sich zwischenzeitlich getan?
Aus den Volksschulen werden jetzt unter bestimmten Voraussetzungen Mittelschulen. Um die dafür erforderliche Schülerzahl zu erreichen, mussten wir uns nach Partnern umsehen. Zusammen mit Karlskron, Weichering und Königsmoos wollen wir uns zu einem Mittelschul-Verband zusammenschließen. Außerdem haben wir eine Realschule beantragt, aber vom Kultusministerium wurde bisher noch keine Entscheidung getroffen.

Das Sportzentrum haben Sie nun auch in Angriff genommen?
Ja, wir haben dafür ein großes Grundstück mit 10 Tagwerk zur Verfügung gestellt. Das Vereinsheim steht schon, die Sportanlage wird auch gerade gebaut. Auf dem kompletten Sportplatz wurden Erdwärmeleitungen verlegt, womit Schule und Sportheim beheizt werden können. Nachdem die Staatszuschüsse für die Sportanlage kamen, konnte der Tennisverein davon zwei neue Tennisplätze bauen. Insgesamt haben sie nun fünf Plätze.

Wenn Sie so weiter machen, kann sich Karlshuld bald um die Olympischen Spiele bewerben…… und in der Kinderkrippe den Sportlernachwuchs heranziehen…..
(lacht). Die neue Kinderkrippe (Baukosten ca. 1,1 Mio Euro) mit 24 Plätzen für Kinder von 6 Monaten bis 3 Jahren ist voll ausgebucht! Im Februar war Spatenstich, im September bereits der Einzug. Baukosten ca. 1,1 Mio Euro. Der günstigste Krippenplatz kostet 90 Euro – meines Wissens die niedrigsten Gebühren im ganzen Landkreis!

Die Gemeinde Karlshuld scheint sehr familienfreundlich zu sein?
Ja, sicher! Wir weisen auch ständig neue Baugebiete mit günstigen Grundstückspreisen (65 Euro/qm einschl. Erschließung) aus, denn wir wollen die Jungen im Ort halten und neue Bürger hinzugewinnen, um langsam, aber kontinuierlich zu wachsen.12 Bauplätze mit Bauzwang haben wir heuer verkauft. Wir liegen auch sehr zentral: Neuburg ist 12 km entfernt, Schrobenhausen 16 km, Ingolstadt 18 km und die Autobahnzufahrt ist auch nicht so weit weg, wenn man z.B. als Pendler nach München fahren muss.

Wie ist es finanziell um Karlshuld bestellt? Sind eurem Goldesel in der Wirtschaftskrise die Euros nun doch ausgegangen?
Es geht jetzt auch bei uns nach unten, aber wir werden schon wieder rauskommen aus der Talsohle. Die Kinderkrippe ist fertig, wird nächstes Jahr eingeweiht und bezahlt ist sie auch schon. Wenn alle Zwischenfinanzierungen da sind, können wir damit das nächste Projekt anschieben, so wie wir das immer machen. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei ca. 10 Euro. Das ist optimal.

Und wie sieht es im nächsten Jahr aus?
Nach unseren Hochrechnungen kommen wir wieder ohne Fremdverschuldung aus. Was vielleicht mal ein Problem werden könnte: Wenn der Bezirk mehr Geld braucht, holt er es sich vom Landkreis, der auch große Aufgaben wie Schulneubauten, Kreishallenbad etc. zu bewältigen hat. Wenn der Landkreis mittels Kreisumlage unser Geld wegnimmt, haben wir keines mehr. Der Landrat will den Haushalt 2011 heuer noch verabschieden; das wird schon eine größere Nuss werden….

Das Projekt „Barrierefreies Wohnen“ läuft sehr erfolgreich oder?
Das kann man wohl sagen! Derzeit sind wir beim fünften Haus! Wir haben auch dafür die erforderlichen Grundstücke aufgekauft und an den Bauträger weiterveräußert. Wenn das sechste Haus kommt, werden es ca. 50 – 60 barrierefreie Wohnungen sein!

Was kommt als nächstes dran?
2011 wird die Neuburger Straße saniert samt Kanal und Gehwegen. Das Bauvolumen liegt bei ca. 2 Mio. Außerdem träume ich von einem Wassertretbecken. Das gibt es im Donaumoos noch nicht. Damit wären wir wieder die ersten!

Es scheint, als möchten Sie stets der „Primus inter Pares“ sein? Wenn ein so ehrgeiziger, innovativer und bewährter Bürgermeister wie Sie bei der nächsten Wahl nicht mehr antreten würde….. die Karlshulder würden wahrscheinlich fürchterlich weinen….
(grinst). Ich glaube auch, dass meine Mitbürger es schon gerne hätten, wenn ich noch mal kandidieren würde. Es kommt halt darauf an, wie ich dann gesundheitlich beieinander bin, denn im Wahljahr 2004 wäre ich 64 Jahre alt. Schaun wir mal! Übrigens: Bei der letzten Kommunalwahl haben in Karlshuld die Freien Wähler von 20 Gemeinderatssitzen 12 erhalten. Das sind 60% der Stimmen und ist wohl einmalig in Bayern (grinst).

Zum Schluss: Was wollen Sie Ihren Bürgern noch mitteilen?
Die Aufgabe eines Bürgermeisters und Gemeinderats ist es, für die Bürger da zu sein, darauf zu achten, dass wir alles Notwendige finanzieren können und nichts zu teuer wird. Wir handeln im Sinne unserer Bürger. So werden z.B. im Winter die Gehwege kostenlos vom Schnee geräumt….. Wir sind mit unseren Bürgern zufrieden und ich denke, die Bürger auch mit uns. Alle Karlshulder und alle Leser sind herzlich zum 10. Karlshulder Weihnachtsmarkt am 20./21. Dezember eingeladen!

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