Sa. Nov 27th, 2021

Luftreinigung an der Landshuter Allee startet

München – Das Bayerische Umweltministerium hat in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München ein Forschungsvorhaben zur Untersuchung der Wirksamkeit von Luftreinigungsanlagen gestartet. Ab Anfang November soll nach intensiven organisatorischen und wissenschaftlichen Vorarbeiten die Luft in der Landshuter Allee gefiltert und von Stickstoffdioxid (NO2) gereinigt werden. Das 2,3 Millionen Euro umfassende Vorhaben wird vom Freistaat finanziert. Ziel ist es, die Luftqualität in München weiter zu verbessern und die Grenzwerte für NO2 ehestmöglich einzuhalten.

In ganz Bayern hat sich die Luftqualität in den vergangenen Jahren erheblich verbessert. Die bestehenden Grenzwerte werden an allen Messstationen in Bayern zuverlässig eingehalten. Nur noch an der Messstation „Landshuter Allee“ kommt es – trotz auch dort deutlich rückläufiger Werte – weiterhin zu einer Überschreitung des bestehenden Luftqualitätsgrenzwerts für Stickstoffdioxid. Ursächlich für die Überschreitung ist die Kombination aus dem sehr hohen Verkehrsaufkommen mit bis zu 140.000 Fahrzeugen pro Tag in Verbindung mit der engen Randbebauung, die die Luftzirkulation beeinflusst. Darüber hinaus wirken vor Ort lokale Sondereffekte, wie etwa hohe Emissionen aus dem Tunnelausgang oder von Dieselmotoren der anfahrenden ÖPNV-Busse der nahen Haltestation.

In einzelnen Städten im Bundesgebiet werden Systeme zur Luftfilterung als Maßnahme bereits punktuell zur Verbesserung der Luftqualität eingesetzt. Nach ersten Erfahrungsberichten zur Wirksamkeit solcher Luftreinigungssysteme hat Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber die wissenschaftliche Erprobung in Bayern in Auftrag gegeben. Ziel des Vorhabens ist das Schaffen einer verlässlichen Datengrundlage zur Bewertung solcher Systeme für den zukünftigen Einsatz.

Unter der Leitung des Teams von Prof. Christoph Thomas, Lehrstuhl für Mikrometeorologie, und wissenschaftlicher Koordination von Prof. Anke Nölscher, Lehrstuhl für atmosphärische Chemie von der Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften der Universität Bayreuth, laufen insgesamt vier Projekte an den Universitäten Bayreuth und Augsburg sowie an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg und der Technischen Universität München. Die Projekte widmen sich der labortechnischen Untersuchung der Filterwirksamkeit, der mikroskaligen Modellierung der Filterwirkung von Luftreinigungssystemen, der Erfassung der Flottenzusammensetzung, des Verkehrsaufkommens und des Verkehrsflusses sowie der kleinräumigen Messung der Luftqualität an mehreren Standorten im Testfeld. – Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

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