Di. Sep 28th, 2021

Nahezu jeden Tag macht der 1934 geborene ‘waschechte’ Neuburger eine Runde durch seine Heimatstadt. Schließ lich ist Toni Ockermiller bereits seit 1993 im wohlverdienten Ruhestand.
Parallel zu seinem beruflichen Werdegang als Buchdrucker und Druckermeister gestaltete er seine ehrenamtlichen Tätigkeiten bei der SPD und der AWO. Über all’ das sprechen wir gerne mit Toni, denn sein jahrzehntelanges Wirken ist ein Vorbild für viele und zeigt, dass nicht alles im Leben mit Geld und Profit, sondern eben auch viel mit Selbstlosigkeit zu tun hat.

Zur Verabschiedung beim Streidl
..war naturgemäß die Prominenz zugegen und würdigte Ockermillers Lebenswerk. Schließlich hat er in Zusammenarbeit mit dem ehem. Leiter des Sozialzentrums Michael Hack und dem Sozialpädagogen Jürgen Möller die Arbeiterwohlfahrt von anfangs 34 auf heute 250 Mitarbeitern mit gedeihen lassen. Mittlerweile beherbergt die AWO eine Vielzahl von sozialen Diensten unter ihrem Dach. “Freilich wäre das ganze ohne Zuschüsse von Staat, Landkreis und der Stadt Neuburg nicht möglich gewesen. Aber schließlich haben der Staat und die Kommune eine soziale Verpflichtung und sind dieser im Bezug auf die AWO in vorbildlicher Weise nachgekommen.” unterstreicht Ockermiller.

Die Ockermiller-AWO-Chronik
1963 AWO-Mitglied des Ortsvereins der AWO Neuburg/Donau
1966 AWO-Delegierter für die Kreiskonferenz
1968-71 Revisor des Kreisverbandes Neuburg
1971-81 Stellvertretender AWO-Kreisvorsitzender
Seit 1981 Kreisvorsitzender bis zum 17.1.04
Ab 18.1.04 Ehrenkreisvorsitzender des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt

Da war doch noch was!
Toni Ockermiller arbeitete von 1948 bis 1992 in der Druckerzunft und brachte es dort bis zum Druckermeister. Unter anderem war er Druckeileiter im technischen Betrieb der Druckerei Loibl und dort zuständig für die Kalkulation und Kundenbetreuung. Was viele nicht wissen, Ockermiller war über viele Jahre im Prüfungsausschuss des IHK für den Bereich Druck und nahm die Prüfungen der Druckerlehrlinge ab, die hernach als Gesellen in den Beruf eintreten konnten. Auch hier zeigte er selbstloses Engagement. “Damals gab es für die Abnahme der praktischen Prüfungen 8,- DM am Tag + Kilometer-Geld + Mittagessen als Spesen ausgezahlt. Doch das war mir wurscht! Schließlich muss man Sorge tragen für die nachfolgenden Generationen und die Druckerzunft braucht ja entsprechenden qualitativen Nachwuchs.” gibt Toni gerne Auskunft.

Weitere Stationen
1979 Gründung des 3. Altenklubs in der Stadt Neuburg, 1979 Gründung des Ortsvereins Oberhausen der AWO, 1986 Wahl zum Bezirksvorstandsmitglied des Bezirksverbandes Schwaben. Seit 1969 förderndes Mitglied der Reservisten kameradschaft Neuburg (goldene Ehrennadel), 1965-94 Bei fast jeder Wahl Wahlbeisitzer oder -vorstand in einem Wahllokal der Kreisstadt Neuburg. Seit 1977 Mitglied des Prüfungsausschusses für Flachdrucker der IHK München und Oberbayern und seit 25 Jahren Ausbilder im Druckereiberuf, Seit 1963 aktiver Sammler bei der Frühjahrs- und Herbstsammlung der AWO, 7. Juni 1997 feierte die AWO Neuburg ihr 50-jähriges Bestehen, Seit dem Jahre 2000 Mitglied im Partnerschaftsausschuss Neuburg-Sète und Jesenik.

Bisherige Ehrungen
1985 AWO-Bundesverdienstmedaille, 1988 Neuburger Bürger- Ehrenvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Neuburger Urgestein geht in den Ruhestand plakette, 1989 Verleihung der silbernen Ehrennadel der IHK München und Oberbayern, 1989 Verleihung der offiziellen Medaille der französischen Nationalversammlung durch den Abgeordneten Jean Lacombe in Sète, 1991 AWO-Sozialzentrum erhält den Sozialpreis der bayerischen Landesstiftung, überreicht durch Ministerpräsident Dr. Max Streibl an den Leiter des Sozialzentrums Michael Hack und Anton Ockermiller, 1993 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes der BRD durch den Minister für Arbeit und Soziales, Dr. Alois Glück, 1999 Verleihung des goldenen Ehrenrings der IHK München und Oberbayern für 20 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als Prüfer und Ausbilder im graphischen Gewerbe 2000 Ehrung für 40 Jahre SPD-Mitgliedschaft im Ortsverein Neuburg/Donau durch MdB Hans Büttner, 2004 Ehrenvorsitzender des Kreisverbandes der AWO.

Und was macht Toni heute…
Wir hatten es schon angesprochen. Heute ist Toni laut eigenen Angaben “nur noch” ehrenamtlicher Kreisvorsitzender der AWO. Aber wer ihn kennt, weiß, er dreht in Neuburg nicht nur seine Runde. Er ist mit den Menschen im Gespräch, lässt sich gerne beim Neuwirt oder beim Hennenwirt sehen, steht jedem Menschen gerne Rede und Antwort, führt den Hund seiner Tochter Gassi, spielt gerne Lotto, geht für sein Leben gern an der wunderschönen Donau spazieren, ist für seine Familie und vor allem für seine Frau Gerlinde da, die u.a. auch ehrenamtlich Schatzmeisterin der Lebenshilfe in Neuburg war und hat last not least och im Haus und Garten zu tun.

Anton Ockermiller ist ein echtes Stück Neuburg. Der nachfolgenden Jugend hat er nur einen Rat. Es kommt auf den Idealismus an. Die Jugendlichen sollten nicht in erster Linie ans Geld denken, sondern dass das Leben immer weitergeht – denn nach ihnen kommt wieder etwas Neues.

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