Di. Dez 6th, 2022

Eichstätt, 10. Oktober 2022 (upd) – „Nachhaltigkeit, also generationengerechtes Handeln, geht uns alle an, betont Prof. Dr. Alexander M. Danzer, Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Mikroökonomik, und Studiengangsleiter des neuen Studiengangs „Sustainability in Business & Economics an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (WFI) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU).
Daher braucht es informierte Konsumenten sowie Nachhaltigkeitsexperten: „Es gibt einen beruflichen Bedarf – es ist wichtig, Entscheidungsträger auszubilden.“ Um Studierende und die breite Allgemeinheit in Bezug auf Nachhaltigkeit zu schulen, findet in diesem Wintersemester eine öffentliche Ringvorlesung am Campus Ingolstadt statt. Wöchentlich können sich Interessierte dabei von 20. Oktober bis 2. Februar donnerstags von 14 beziehungsweise 14.15 Uhr bis 15.45 Uhr entweder vor Ort im Neubau, Raum 201, oder per Zoom mit der Thematik auseinandersetzen. Externe Teilnehmende erhalten die Zugangsdaten für die Online-Teilnahme per Mail an fiwimakro@ku.de.

Die Möglichkeiten, die die Marktwirtschaft in Deutschland für die Konsumenten eröffnet, sind für Professor Danzer ein „guter Deal“. „Jeder weiß am besten, wie er leben möchte – diese Freiheit möchten wir aufrechterhalten.“ Dennoch brauchen Menschen seiner Ansicht nach Orientierungspunkte, um nachhaltige Kaufentscheidungen treffen zu können; und Unternehmen benötigen Rahmenbedingungen für nachhaltige Produktionsprozesse. „Was wurde zum Beispiel fair gehandelt? Zertifizierungen oder Informationskampagnen sollten als Rahmenbedingungen vorgegeben sein. Zudem muss das Steuersystem so ausgestattet sein, dass nachhaltiges Investieren unterstützt wird.“

Nachhaltigkeit ist kein neues Konzept, wie Danzer erklärt, – er nennt beispielsweise die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung im Jahr 1992 in Rio. „Mittlerweile kommt dieses Thema in allen Unternehmen auf. “ Prof. Dr. Dominika Langenmayr, Inhaberin des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Finanzwirtschaft, an der KU, betont, wie wichtig es ist, dabei Nachhaltigkeit und Wirtschaft auch auf wissenschaftlicher Ebene zusammenzubringen: „Nachhaltigkeit ist schon lange ein Thema, aber meist haben es technische Fächer aufgegriffen. Studierende der Wirtschaftswissenschaften mussten es sich hobbymäßig erarbeiten.“

Die KU möchte nun einen Beitrag dazu leisten: Die Ringvorlesung „Nachhaltige Wirtschaft“ eröffnet nicht nur Studierenden, die das Modul im Rahmen des neuen Studiengangs „Sustainability in Business and Economics“ oder im Rahmen der persönlichkeitsbildenden Studien belegen, einen Blick in das Wissen rund um die Nachhaltigkeit. Sondern auch Interessierte, die nicht an der KU studieren, können an den hybriden Vorträgen zu Themen wie Nachhaltigkeit und regionale Wirtschaft, nachhaltige Energiesysteme, Nachhaltigkeit durch Kreislaufwirtschaft oder Klimaschutz (ein ausführliches Programm findet sich auf der Homepage der KU) teilnehmen. Für Professorin Langenmayr ist es zentral, der breiten Bevölkerung so ein neues Informationsangebot bereitzustellen, für das keine speziellen Vorkenntnisse nötig sind: „Bei der Veranstaltung tauchen wir in verschiedene Perspektiven ein, so können sich viele darin wiederfinden und gleichzeitig unterschiedliche Sichtweisen kennenlernen.“

Durch den Fokus auf den großen Bereich der Wirtschaft werden Unternehmen in den Blick genommen – „um Veränderungen herbeizuführen, müssen wir ihnen einen Rahmen setzen“, erläutert Langenmayr. „Für uns Wirtschaftswissenschaftler sind Unternehmen dabei allerdings selten der Feind, sondern eine Quelle von Innovation“, führt Professor Danzer weiter aus. Die Ringvorlesung soll für alle Teilnehmenden ein Anstoß sein, das eigene Konsum- und Arbeitsverhalten zu reflektieren – „darüber nachzudenken, wie mich Nachhaltigkeit betrifft“. Das gesamte Programm der Reihe findet sich unter https://www.ku.de/nachhaltigewirtschaft. – Katja Ossiander, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

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