Mi. Apr 17th, 2024

Bayerns Gesundheitsministerin: Ein gesunder Lebensstil und die Inanspruchnahme von Vorsorgeangeboten beugen Darmkrebs vor

München – Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach hat mit einem Aktionstag zum „Darmkrebsmonat März“ zu mehr Vorsorge aufgerufen. Gerlach machte am Montag auf dem Karlsplatz in München auf das begehbare Darmmodell der Felix-Burda-Stiftung aufmerksam. Viele Bürgerinnen und Bürger, die an diesem Tag am Karlsplatz unterwegs waren, haben die Möglichkeit zur Information genutzt.

Gerlach betonte: „Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen und Männern in Bayern. Nach aktuellen Daten erkranken jährlich rund 3.700 Frauen und 4.500 Männer im Freistaat neu an Darmkrebs (Daten des Bayerischen Krebsregisters, Datenstand 2021). Vorsorge und ein gesunder Lebensstil können helfen, die Erkrankung erfolgreich zu bekämpfen und das Risiko zu senken.“

Die Darmspiegelung wurde 2002 für Männer und Frauen ab 55 Jahren als Kassenleistung eingeführt und wird seit 2018 für Männer bereits ab 50 Jahren von den Krankenkassen gezahlt.

Gerlach erläuterte: „In den Jahren 2005 bis 2019 ging die Zahl der Menschen über 50 Jahren, die in Bayern an Darmkrebs erkrankt und gestorben sind, kontinuierlich zurück. Daten des bayerischen Krebsregisters zeigen, dass sich die Darmkrebs-Neuerkrankungen in den vergangenen zehn Jahren um rund 20 Prozent bei Männern und etwa 10 Prozent bei Frauen reduziert haben. Das ist sehr erfreulich!“

Die Ministerin ergänzte: „Leider nehmen aber noch immer zu wenig Menschen das Vorsorgeangebot wahr, es gibt noch Luft nach oben. Die Teilnahmeraten liegen bei Frauen und Männern zusammen (für Stuhluntersuchung und Darmspiegelung) nach Daten des Zentralinstituts der kassenärztlichen Versorgung (ZI) in der Zeit von 2019 bis 2021 bei 33 Prozent.“

Gerlach erklärte: „Je früher eine Krebserkrankung entdeckt wird, desto größer ist die Chance, sie zu heilen. Deshalb sind die Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen sehr wichtig. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung und Nichtrauchen, können ebenfalls viel dazu beitragen, Darmkrebs vorzubeugen. Daher danke ich der Felix-Burda-Stiftung und dem Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. für die Initiative, über Darmkrebs und Präventionsmöglichkeiten aufzuklären.“

Die Ministerin verwies auch auf das bayerische Innovationsbündnis gegen Krebs. Gerlach sagte: „Das Innovationsbündnis bündelt alle wesentlichen Akteure in Bayern. Hieraus haben sich schon maßgebliche Initiativen entwickelt, die den Kampf gegen Krebs von Bayern aus vorantreiben. Insbesondere mit dem Projekt digiOnko haben wir hier ein wegweisendes digitales Ökosystem zur Prävention, Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs, das das Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention finanziert. Mit dem von uns mit geförderten Projekt BORN konnten wir bislang für die Tumorart Enddarmkrebs und fünf weitere Tumorarten eine standardisierte Bildgebung einführen und wollen in der zweiten Förderphase noch weitere Tumorarten einbeziehen. Ich bin überzeugt, dass wir die medizinische Versorgung und Forschung mit der Nutzung von Gesundheitsdaten voranbringen könnten und gleichzeitig patientennäher gestalten können. In den nächsten Jahren erhoffe ich mir weitere wichtige Impulse des bayerischen Innovationsbündnisses gegen Krebs.“

Der Darmkrebsmonat wird seit 2002 jährlich im März von der Felix-Burda-Stiftung, der Stiftung LebensBlicke und dem Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. ausgerufen. Der Aktionstag mit dem begehbaren Darmmodell ist eine Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention.

Krebserkrankungen werden seit 1998 im bayerischen Krebsregister erfasst. Dieses wird seit 2017 in erweiterter Form vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit geführt. Ziel ist es, die klinische Versorgung von Patientinnen und Patienten in den Regionen zu optimieren, Über- und Unterversorgung vorzubeugen und etwaige epidemiologische Häufungen abzuklären. Weitere Daten des bayerischen Krebsregisters finden Sie hier: https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/krebsregister/auswertung_forschung/datenbank/index.htm – Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention

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