Mo. Apr 15th, 2024

Kriminalpolizei Ingolstadt ermittelt
Ingolstadt – Über mehrere Stunden setzten vergangenen Donnerstag Telefonbetrüger einen 87-jährigen Rentner aus Ingolstadt massiv unter Druck, bis er schließlich sein gesamtes Barvermögen in Höhe eines fünfstelligen Euro-Betrages an einen vermeintlichen Zivilbeamten im Äußeren Buxheimer Weg in Ingolstadt übergab.

Gegen 09:00 Uhr morgens klingelte am Tattag das Telefon des Opfers. Am Apparat war eine weibliche Stimme zu hören, die sich als Polizistin ausgab. Die Legende: In der näheren Umgebung wären aktuell Raubüberfälle begangen worden, weshalb Bargeldbeträge und Schmuck zu Hause nicht mehr sicher aufbewahrt werden können. Stundenlang hielt die angebliche Polizistin den Rentner am Telefon und redete auf ihn ein. Um sich schließlich aus der lang anhaltenten angespannten Situation zu bringen, willigte der 87-Jährige schließlich ein, zählte sein Geld und übergab dieses am 30.11.2023 zwischen 18:00 Uhr und 19:00 Uhr an einen männlichen kriminellen Geldabholer.

Der tatverdächtige Abholer kann wie folgt beschrieben werden: Männlich, 170 cm groß, schlank, dunkel gekleidet, dunkle Mütze, leichter Bartansatz. Er sprach akzentfreies Deutsch.

Anrufe dieser Art sind längst keine Seltenheit mehr. Immer mehr Haushalte werden telefonisch von sogenannten Callcenterbetrügern kontaktiert und mit der oben geschilderten Masche massiv unter Druck gesetzt. – Polizeipräsidium Oberbayern Nord

Die Kriminalpolizei Ingolstadt rät in solchen Fällen:

– Legen Sie am besten auf, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen.
– Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotrufnummer 110 an! Das machen nur Betrüger. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste!
– Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an!
– Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
– Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen!
– Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei!
– Die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen!
– Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!

Verinnerlichen Sie sich das Phänomen und besuchen Sie den Internetauftritt des Polizeipräsidiums Oberbayern im Netz. Dort finden Sie zur Präventionskampagne „Leg auf!“ wertvolles Informationsmaterial.

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